Statische Regalsysteme haben zwar ihre Berechtigung, doch moderne Lager mit einem hohen Artikelaufkommen benötigen dynamische Lagerlösungen. Durchlaufregale sind Schwerkraftsysteme, die dafür sorgen, dass die Waren vom Einlagerungsgang zum Kommissionierbereich transportiert werden.
Nicht alle Durchlaufregalsysteme sind jedoch gleich. Die Effizienz eines Durchlaufregals hängt vollständig von seiner zugrundeliegenden Mechanik ab. In diesem technischen Leitfaden erläutern wir die Konstruktionsprinzipien, die verschiedenen Komponenten und die Designüberlegungen von Durchlaufregalsystemen und heben dabei Everunions Ansatz hinsichtlich Langlebigkeit und Präzision der Hardware hervor.
Wie die Mechanik des Kartonflusses funktioniert
Ein Karton-Durchlaufregalsystem basiert im Wesentlichen auf einem präzise berechneten Gefälle. Die Schienen sind mit einer leichten Neigung – typischerweise zwischen 3 und 6 Grad, abhängig vom Gewicht und der Bodenreibung der Kartons – installiert. Dieses Gefälle sorgt in Kombination mit der Schwerkraft dafür, dass die Produkte gleichmäßig nach vorne fließen, ohne gefährliche Geschwindigkeit zu entwickeln.
Um eine kontrollierte Bewegung zu erreichen, ist das System auf drei entscheidende Hardwarekomponenten angewiesen:
1. Ketten- und Rollenoptionen
Die Art der Rolle bestimmt die Tragfähigkeit des Systems und seine Eignung für verschiedene Behältertypen:
- Kunststoffräder auf Stahlschienen: Ideal für leichte Anwendungen und Kunststoffbehälter mit glattem Boden. Sie sind leise und kostengünstig, haben aber eine geringere Tragfähigkeit.
- Vollflächige Aluminiumrollen: Sorgen für eine optimale Gewichtsverteilung bei mittelschweren Kartons. Aluminium ist korrosionsbeständig und daher ideal für Kühlhäuser oder Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit.
- Stahlrollen mit Präzisionslagern: Entwickelt für höchste Beanspruchung. Everunion verwendet hochwertige Stahlrollen, die so konstruiert sind, dass sie Dauerbelastungen und hohen Lasten standhalten, ohne sich mit der Zeit zu verformen oder Abflachungen zu entwickeln.
2. Durchflussspuren und Bettkonfigurationen
Durchlaufbetten können auf verschiedene Weise konfiguriert werden, um spezifischen Produktprofilen gerecht zu werden:
- Einspuriger Materialfluss: Eine durchgehende Spur pro Artikelnummer. Ideal für Kartons mit einheitlicher Größe.
- Mehrspuriger (geteilter) Warenfluss: Mehrere schmale Spuren innerhalb eines einzelnen Regalfachs. Dies ermöglicht es den Kommissionierern, verschiedene Artikelnummern nebeneinander zu lagern, ohne sie zu vermischen, wodurch der vertikale Lagerraum optimal genutzt wird.
- Magnuson (M-Track) Systeme: Ein spezielles, durchgehendes Bett mit einer wabenförmigen Stahlschiene, ideal für Container mit unebenem oder rauem Boden, die nicht auf herkömmlichen Rädern rollen.
3. Geschwindigkeitsregelung und Sicherheitsmechanismen
Unkontrollierte Schwerkraft kann zu Lagerschäden führen. Moderne Systeme benötigen integrierte Brems- und Sicherheitsfunktionen:
- Geschwindigkeitsregler (Bremsen): Diese unter den Walzen montierten Reibungsplatten verlangsamen schwere Kartons beim Annähern an die Vorderseite und verhindern so, dass sie gegen die Pickfläche prallen.
- Fahrbahnteiler: Vertikale Trennwände, die verhindern, dass Kartons aneinander stoßen oder in benachbarte Fahrspuren fallen.
- Endanschläge: Robuste physische Barrieren im Kommissioniergang, um zu verhindern, dass Kartons vom Regalrand rutschen.
Strukturelle Integration: Palettenfluss vs. Kartonfluss
Es ist wichtig, zwischen *Kartonlaufregalen* und *Palettenlaufregalen* zu unterscheiden, da sie unterschiedlichen strukturellen Zwecken dienen:
- Durchlaufregale: Typischerweise in die unteren Ebenen eines selektiven Palettenregalsystems integriert. Die oberen Ebenen lagern volle Paletten (Reservebestand), während die unteren Ebenen Durchlaufschienen für die Kommissionierung von Einzelkartons oder angebrochenen Kartons nutzen.
- Palettendurchlaufregale: Hierbei werden auf Palettenebene robuste Schwerkraftrollenbahnen eingesetzt, um ganze volle Paletten vom Beladeende zum Entladeende zu transportieren.
Everunion ist auf die Entwicklung von Hybridsystemen spezialisiert, bei denen Kartondurchlaufregale nahtlos in hochbelastbare Palettenregale integriert werden, wodurch ein einheitliches Kommissionierungs- und Nachschubmodul entsteht.
Konstruktion für Langlebigkeit: Die Hardware-Standards von Everunion
Die Hauptursache für Ausfälle in Karton-Durchlaufregalen ist der Verschleiß der Rollen und Schienen durch ständige Reibung und Stöße. Everunion begegnet diesem Problem durch folgende Maßnahmen:
- Stoßfeste Materialien: Unsere Rollenachsen und Lagergehäuse sind so konstruiert, dass sie den Aufprall absorbieren, der entsteht, wenn Kartons von den Nachfüllern in den hinteren Teil der Bahn geschoben werden.
- Modulares Schienensystem: Die Durchlaufschienen von Everunion sind modular aufgebaut. Sollte ein einzelnes Schienensegment beschädigt werden, kann es abgeschraubt und ersetzt werden, ohne dass die gesamte Regalkonstruktion demontiert werden muss.
- Verstellbare Steigungsclips: Die Steigung der Everunion-Schienen lässt sich vor Ort mithilfe spezieller Clips feinjustieren. So können Lagerleiter die Fördergeschwindigkeit je nach saisonalen Schwankungen der Verpackungsmaterialien (z. B. Kartons im Winter im Vergleich zur sommerlichen Luftfeuchtigkeit) anpassen.
Schritt-für-Schritt-Leitfaden für Design und Spezifikation
Bei der Spezifizierung eines Durchlaufregalsystems für Kartons in einer Anlage müssen die Ingenieure ein strenges Protokoll befolgen:
- Produktprofilierung: Messen Sie die genauen Abmessungen (L x B x H) und das Gewicht der höchsten, schwersten und leichtesten Behälter, die in der Lagergasse gelagert werden sollen.
- Reibungsprüfung: Beurteilen Sie die Unterseite des Behälters. Geriffelte Kunststoffbehälter benötigen Rollen über die gesamte Breite oder M-Schienen, während glatte Kartons problemlos auf Standardrollen gleiten.
- Berechnung der Spurtiefe: Ermitteln Sie, wie viele Kartons in einer einzelnen Reihe gelagert werden müssen (Spurtiefe), um die erforderliche Länge der Förderstrecke zu bestimmen.
- Tragfähigkeit: Stellen Sie sicher, dass das die Förderschienen tragende Palettenregal über eine ausreichende Tragfähigkeit verfügt, um das statische Gewicht der voll beladenen Förderbetten zu tragen.
Wartungsprotokolle für Durchflusssysteme
Um die mechanische Langlebigkeit eines Kartonfördersystems zu gewährleisten, sollten die Wartungsteams die folgenden Prüfungen durchführen:
- Rollenrotationstest: Monatlich einen Testkarton durch jede Bahn schieben. Festsitzende, quietschende oder abgeflachte Rollen müssen umgehend ausgetauscht werden, um Kartonstaus zu vermeiden.
- Schienenreinigung: Staub- und Schmutzablagerungen auf den Schienen wirken wie Schmirgelpapier und verschleißen sowohl die Walzen als auch die Gehäuse. Die Schienen sollten daher regelmäßig beim Fegen gereinigt werden.
- Sicherheitsclip-Prüfung: Prüfen Sie, ob alle Drehzahlregler und Endanschlagmechanismen fest verschraubt sind und sich durch Vibrationen nicht verschoben haben.
Abschluss
Ein Durchlaufregalsystem für Kartons ist nur so gut wie seine mechanischen Komponenten. Durch das Verständnis der Unterschiede bei Rollenmaterialien, Schienenkonfigurationen und Geschwindigkeitsregelungsmechanismen können Lagerhäuser in Systeme investieren, die einen wirklich reibungslosen Betrieb gewährleisten.
Everunions Ansatz im Bereich der Kartonfördertechnik konzentriert sich auf Stoßfestigkeit, modulare Austauschbarkeit und präzise Neigungsverstellung. So wird sichergestellt, dass Ihr dynamisches Lagersystem vom ersten Tag bis zum zehnten Jahr zuverlässig funktioniert. Für technische Spezifikationen und kundenspezifische Förderbettkonfigurationen wenden Sie sich bitte an das Everunion-Ingenieurteam.